Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Jun 29, 2020 • 11min

Wie das Coronavirus die soziale Ungleichheit in Afrika verschärft

Die prophezeiten Opferzahlen durch das Coronavirus in Afrika waren apokalyptisch. Doch dazu ist es bislang nicht gekommen. Wird der Kontinent doch nicht so schwer getroffen wie befürchtet? Nigeria verfügt über 100 Beatmungsgeräte für 200 Millionen Menschen, die Zentralafrikanische Republik hat drei Beatmungsgeräte, Somalia Null. Das Gesundheitswesen ist in vielen afrikanischen Staaten schlecht bis miserabel. Bei einem Massenausbruch würden die Gesundheitssysteme schnell kollabieren. Doch eine Reihe von Ländern konnten die Infektionsketten früh mit teils drakonischen Maßnahmen unterbrechen. Derzeit gebe es auf dem afrikanischen Kontinent 382 000 Infizierte. Bisher ist die Pandemie hier glimpflich verlaufen, aber das Tempo der Neuansteckungen nimmt gerade rasant zu, sagt SZ-Afrika-Korrespondent Bernd Dörries. Viele Staaten hätten früh mit einem harten Lockdown reagiert, der zunächst viele Leben gerettet habe. Gerade in Südafrika aber habe sich die Ungleichheit durch das Virus nochmals stark verschärft. Weitere Nachrichten: Mehr als 30 000 Spuren zu Verdächtigen im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach, Wirecard-Vorstand Marsalek will sich nicht der Justiz stellen, Bundestag stimmt Mehrwertsteuersenkung und Familienbonus zu. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Sophia Fehrenbach, Julia Ongyerth Produktion: Valérie Nowak
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Jun 26, 2020 • 10min

Clubsterben: Überlebenskampf der Szene

Durchzechte Nächte, Tanzen und Technobeats bis ins Morgengrauen. Das ist in Clubs seit Monaten Geschichte. Ist das das endgültige Ende einer langen Partynacht? Clubs sind die pulsierenden Schlagadern jeder Stadt. Doch jetzt schlägt der Puls nicht mehr. Seit die Clubs Mitte März ihre streng bewachten Türen geschlossen haben, liegt das Nachtleben lahm. All das "was wir machen, ist jetzt gerade kontraproduktiv". "Diese Enge und Nähe, Sex und alles was damit verbunden ist, ist ja gerade nicht so gut”, sagt die Münchner Clubbesitzerin Sandra Forster. Allerdings sehe man auch, was passiert, wenn es diese "Schutzräume und Verantwortlichen" nicht mehr gibt. "Da sind extrem viel Minderjährige, da werden viele Drogen verkauft und konsumiert. Da gibt es keinen, der schaut, ob jemand im Gebüsch liegt oder ob es denen noch gut geht." Lutz Leichsenring, Vorstand der Berliner Clubcommission, sagt: "Clubs bieten Räume für marginalisierte Gruppen, Kulturräume, in denen Künstler sich entwickeln und Arbeitsplätze geboten werden." Und: "Exzesse gehören zum Leben dazu." Weitere Nachricht: Merkel ruft Europa zu Solidarität auf. Moderation, Redaktion: Gabriel Garbers Redaktion: Sophia Fehrenbach, Lars Langenau, Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Artlist: "Phantom" by Zac Nelson
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Jun 25, 2020 • 12min

Wie Putin an der Macht festhält

Ab diesem Donnerstag bis zum 1. Juli sollen 110,5 Millionen Wahlberechtigte in Russland über eine Änderung der Verfassung abstimmen. Kern dieser Änderung ist vor allem, dass Putin mit ihr noch länger im Amt bleiben kann. Nach geltendem Recht ist für den russischen Präsidenten eigentlich spätestens im Jahr 2024 - nach zwei Amtszeiten - Schluss. Mit der Verfassungsänderung will Putin nun eine Ausnahme für sich selbst schaffen. Er könnte dann zwei weitere Amtszeiten absolvieren, bis 2036. Wie Putin mit der Reform seine Macht auch im nächsten Jahrzehnt sichern will, erklärt im Podcast die SZ-Korrespondentin in Moskau, Silke Bigalke. Weitere Nachrichten: Wirecard meldet Insolvenz an, Seehofer verzichtet auf Anzeige gegen taz-Kolumnistin Wir wollen diesen Podcast noch besser machen und würden uns deshalb darüber freuen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Moderation, Redaktion: Antonia Franz Redaktion: Sophia Fehrenbach, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters Connect
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Jun 24, 2020 • 11min

Update: Was die Medizin bislang über das Coronavirus weiß

Etwa 80 Prozent aller Corona-Infizierten durchleben einen milden Krankheitsverlauf. Bei jedem siebten Erkrankten kommt es zu einer starken Lungenentzündung und Atemnot. Und sechs Prozent müssen auf der Intensivstation mit Beatmungsgeräten versorgt werden. Bei manchen Verläufen, vor allem bei älteren Personen, komme es zu heftigen Überreaktion des Immunsystems, sagte der Mediziner Werner Bartens aus der SZ-Wissenschaftsredaktion. Und diese Reaktion könne auch tödlich verlaufen, auch bei jüngerem Menschen. Männer und Personen mit Vorerkrankungen seien etwas häufiger davon betroffen als Frauen. Auch fühle sich das Virus in kalter Umgebung offensichtlich wohl, was den aktuellen Ausbruch in der Fleischverarbeitenden Industrie erklärt. Bei Langzeitfolgen gebe es hingegen noch keine gesicherten Erkenntnisse, obwohl Röntgenbilder heftige Lungenschäden zeigen. Weitere Nachrichten: Corona in Gütersloh: Bundesländer schotten sich ab, deutsches Arbeitsprogramm für EU-Ratspräsidentschaft. Wir wollen diesen Podcast noch besser machen und würden uns deshalb darüber freuen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Sophia Fehrenbach, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix
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Jun 23, 2020 • 10min

Bolton vs. Trump: Teflon-Präsident mit Kratzern

Unter dem von Donald Trump gefeuerten Kernpersonal des Weißen Hauses ist auch sein Ex-Sicherheitsberater John Bolton. Jetzt erscheint Boltons Enthüllungsbuch “The Room Where It Happened”, in dem er Trump als Narren beschreibt, der für den Job nicht geeignet sei. Sein einziges Ziel sei es, seine Wiederwahl zu sichern. Neben Trumps außenpolitischer Naivität beschreibt Bolton Trumps fortgesetzten Machtmissbrauch. Neben dem Buch-Honorar von zwei Millionen Dollar ist es ein aufrichtiges Entsetzen über Trumps Außenpolitik, so beschreibt SZ-Korrespondent Alan Cassidy Boltons Motivation. Er sei aber auch enttäuscht, dass er sich mit seiner harten Linie gegenüber Nordkorea und Iran nicht durchgesetzt habe. Allerdings sei auch Bolton keine Lichtgestalt, zumal er im Impeachment-Verfahren gegen Trump nicht ausgesagt hatte. Doch letztendlich bekomme das Bild des Teflon-Präsidenten Trump (weitere) arge Kratzer. Weitere Nachrichten: NRW verhängt Lockdown für Kreis Gütersloh, Berlin ohne Kontaktbeschränkungen, Ex-Wirecard-Chef auf Kaution frei. Wir wollen diesen Podcast noch besser machen und würden uns deshalb darüber freuen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Gabriel Garbers, Laura Terberl Produktion: Justin Patchett Weiteres Audiomaterial über ABC
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Jun 22, 2020 • 11min

Gewalt in Stuttgart: Feindbild Polizei

Nicht nur für Stuttgarter Verhältnisse war das am vergangenen Wochenende ein ungewöhnlicher Gewaltausbruch. In der Nacht zum Sonntag wurden Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen. Bis zu 500 Personen haben die Schaufensterscheiben von etwa 40 Geschäften zertrümmert und es kam zu Plünderungen. Die Bilanz dieser Nacht: 20 verletzte Polizisten, 24 Festgenommene, unter ihnen sieben Minderjährige. Mechanismen der Eskalation verlaufen immer nach gleichen Mustern, sagt Soziologie-Professor Wilhelm Heitmeyer, Gründungsdirektor des Instituts für Gewalt- und Konfliktforschung an der Uni Bielefeld. Wesentlich seien mehrere Faktoren, die für Unruhen gängig sei: ein Signalereignis, Feindbilder, Opferrolle, Mobilisierung, die (nicht ausreichende) Vorbereitung und das Verhalten der Polizei. Die nun vielfach geforderte "Härte des Gesetzes" sei jedoch eine weitgehend untaugliche Aussage, meint Heitmeyer. Viel wichtiger sei eine schnelle Reaktion. Weitere Nachrichten: Start Verhandlungen über atomaren Abrüstung, 1300 Corona-Infizierte bei Tönnies. Wir wollen diesen Podcast noch besser machen und würden uns deshalb darüber freuen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl, Sophia Fehrenbach Produktion: Carolin Lenk Weiteres Audiomaterial über dpa
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Jun 19, 2020 • 10min

Wirecard: Wo sind die 1,9 Milliarden Euro?

Wirecard galt seit seiner Gründung 1999 jahrelang als einer der wenigen deutschen Konzerne, der es geschafft hat mitzuhalten in der Welt der Internet-Dienstleister. Das Unternehmen wickelt bei Online-Bestellungen die Zahlungen zwischen Käufern und Händlern ab. Dabei gibt es auch schon seit längerer Zeit unangenehme Schlagzeilen über den Konzern: Von Bilanzfälschung, falschen Versprechungen und manipulierten Börsenkursen ist die Rede. Am Donnerstag wollte Wirecard jetzt endlich die Bilanz für 2019 vorlegen. Doch dazu kam es nicht. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young verweigerten ihre Zustimmung zu den Finanzzahlen, das sogenannte Testat. Und ohne solch ein Testat ist die Bilanz quasi wertlos. Es geht dabei vor allem um 1,9 Milliarden Euro und damit um ein Viertel der Gesamtsumme der Konzernbilanz, die aktuell vermisst werden. Daraufhin sind zuerst die Aktienwerte massiv eingebrochen und am Freitag ist jetzt auch Konzernchef Markus Braun zurückgetreten. Nils Wischmeyer aus der SZ-Wirtschaftsredaktion erklärt im Podcast, wie es mit den Konzern jetzt weiter geht. Weitere Themen: Galeria Karstadt Kaufhof schließt Filialen, EU-Gipfel ohne Einigung Wer 2020 seinen Schulabschluss macht, kann ihn wegen der Corona-Krise nur sehr schwer genießen. Was die Krise mit einem macht, das haben uns acht Abiturientinnen und Abiturienten für die SZ am Freitag erzählt. Redaktion, Moderation: Antonia Franz Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Wir wollen diesen Podcast noch besser machen und würden uns deshalb darüber freuen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen.
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Jun 18, 2020 • 11min

Corona-Ausbruch bei Tönnies: Wer ist schuld?

In einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies haben sich mehr als 650 Mitarbeiter infiziert, in der Folge werden alle Schulen und Kitas im Landkreis Gütersloh geschlossen. Die Bevölkerung ist sauer, vor allem da es schon im Mai ähnliche Fälle gegeben hatte. Einige Menschen protestieren am Donnerstag sogar vor dem Privathaus des Firmeninhabers Clemens Tönnies. NRW-Korrespondent Christian Wernicke erklärt im Podcast, was in Rheda-Wiedenbrück schief gelaufen ist und was sich zukünftig ändern müsste. Weitere Themen: Merkels Regierungserklärung, Wirecard-Aktie stürzt ab, Anklage im Mordfall im Kleinen Tiergarten Wer 2020 seinen Schulabschluss macht, kann ihn wegen der Corona-Krise nur sehr schwer genießen. Was die Krise mit einem macht, das haben uns acht Abiturientinnen und Abiturienten für die SZ am Freitag erzählt. Redaktion, Moderation: Laura Terberl Redaktion: Sophia Fehrenbach, Gabriel Garbers, Vinzent-Vitus Leitgeb. Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über dpa. Wir wollen diesen Podcast noch besser machen und würden uns deshalb darüber freuen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen.
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Jun 17, 2020 • 12min

Mord an Walter Lübcke: Schwerer Start in einen historischen Prozess

Am Dienstag hat in Frankfurt der Prozess im Mordfall Walter Lübcke begonnen. Der Kasseler Regierungspräsident war 2019 getötet worden, als erster Politiker in der Geschichte der Bundesrepublik offenbar aus rechtsextremistischen Motiven. Die beiden habe eine lange Freundschaft in der rechten Szene verbunden, die jetzt allerdings vorbei sein dürfte, erzählt die SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger nach dem ersten Prozesstag. Sie erklärt außerdem, was die Familie von Walter Lübcke in der Nebenklage erreichen will. Weitere Themen: Zweiter Nachtragshaushalt; 400 Corona-Fälle in Fleischereibetrieb; Lufthansa-Hilfspaket. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Laura Terberl Produktion: Valérie Nowak Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Jun 16, 2020 • 10min

Corona-Warn-App: Ja? Nein? Doch!

Die Corona-Warn-App ist am Dienstag in der Bundespressekonferenz präsentiert worden. Justizministerin Christine Lambrecht, Innenminister Horst Seehofer, Gesundheitsminister Jens Spahn, Kanzleramtsminister Helge Braun, der Präsident des Robert-Koch-Instituts und die Chefs von SAP und Telekom betonten die transparente Entwicklung, die vielen Tests, die Freiwilligkeit, die dezentrale Speicherung der Daten und dass selbst der Bundesdatenschutzbeauftragte zufrieden sei. Es wurde bei der Umsetzung der App versucht, sehr viel kritische Stimmen einzubinden, sagt auch SZ-Berlin-Korrespondentin Kristiana Ludwig. Durch das dezentrale Konzept seien datenschutzrechtliche Bedenken ausgeräumt worden. Und wenn es eine zweite Welle der Corona-Pandemie geben sollte, sei die App ein hilfreiches Mittel, Infektionsketten nachzuvollziehen. Skeptisch sehe sie allerdings, dass die App nur auf neuen Handys mit aktuellen Updates laufen würde. Dadurch würden viele Leute ausgeschlossen, die sich sonst vielleicht beteiligt hätten. Weitere Nachrichten: Nordkorea sprengt Verbindungsbüro nach Südkorea, Beginn Prozess Lübcke-Mord, Bayern hebt Katastrophenfall auf. Den Link zum Erklärvideo finden Sie hier, den ausführlichen Artikel mit Fragen und Antworten hier. Wir wollen diesen Podcast noch besser machen und würden uns deshalb darüber freuen, wenn Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Justin Patchett Weiteres Audiomaterial über Phoenix

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