Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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May 6, 2021 • 11min

Der deutsche "Wohlfühl-Klimaschutz"

Umweltministerin Svenja Schulze und Finanzminister Olaf Scholz von der SPD haben am Mittwoch eine Verschärfung des Klimaschutzgesetzes vorgestellt. 2045 - also schon 5 Jahre früher als bisher geplant, soll Deutschland klimaneutral werden. Und auch die Zwischenziele sind jetzt ehrgeiziger als vorher. Ganz freiwillig war dieses Engagement für das Klima aber nicht. Vergangene Woche hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass das aktuelle Klimaschutzgesetz der Bundesregierung nicht weit genug geht. An diesem Donnerstag hat dann auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die neuen Ziele auf dem Petersberger Klimadialog vorgestellt. Sie forderte internationale Solidarität ein, um eine weltweite Klimaneutralität zu erreichen. SZ-Redakteur Michael Bauchmüller hält die deutsche Klimaneutralität bis 2045 für realistisch, aber "es ist wirklich ein Kraftakt". Noch scheinen ihm die Maßnahmen zu abstrakt, es bräuchte jetzt konkrete Konzepte statt "Wohlfühl-Klimaschutz". Weitere Nachrichten: Lockerungen für Geimpfte und Genesene, Impfschutz-Patente. Den SZ-Geld-Newsletter können Sie hier abonnieren. Redaktion, Moderation: Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk Redaktion: Julia Stanton, Vinzent-Vitus Leitgeb, Laura Terberl Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und SZ-Livestream.
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May 5, 2021 • 11min

Corona-Risiko: Wenn die Postleitzahl entscheidet

In sozialen Brennpunkten verbreitet sich das Coronavirus gerade schneller als in teureren Stadtvierteln. Einige Kommunen und Bundesländer wollen das jetzt ändern: Berlin hat Maßnahmen angekündigt, Rheinland-Pfalz und auch Nordrhein-Westfalen. Im letzteren läuft seit Montag schon ein Modellversuch im Kölner Stadtteil Chorweiler. Menschen dort werden schnell und unkompliziert an einer mobilen Impfstation geimpft. Wie gut das Projekt anläuft und warum die Inzidenzwerte gerade in sozialen Brennpunkten so hoch sind, erklärt in dieser Folge Christian Wernicke. Er ist SZ-Korrespondent in NRW. Das angesprochene Video zu Impfungen finden Sie hier Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Lars Langenau, Julia Stanton Zusätzliches Audiomaterial über den Landtag von Nordrhein-Westfalen.
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May 4, 2021 • 11min

Rechte für Geimpfte: Droht ein Zwei-Klassen-Sommer?

Bereits am Donnerstag diskutiert der Bundestag darüber. Am Freitag der Bundesrat. Und am Wochenende könnte bundesweit für Geimpfte und von Corona Genesene zumindest ein Teil der Normalität zurückkehren. Auch die Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen sollen für vollständig Geimpfte dann nicht mehr gelten. Noch sind diese Lockerungen dann nur Wenigen und vor allem Älteren vorbehalten. Ist das alles sinnvoll? Rechtlich seien diese Lockerungen zwingend, sagt der SZ-Korrespondent am Karlsruher Bundesverfassungsgericht, Wolfgang Janisch. Freiheiten könnten nur beschränkt werden, wenn es dafür eine Rechtfertigung gibt. Wenn aber das Infektionsrisiko zurückgegangen sei, müsse man die Freiheiten selbstverständlich wieder zurückgeben. Den Vorwurf, dass jetzt eine Art Impfpflicht durch die Hintertür komme, deutet der Jurist anders. Man könne Erleichterungen für Geimpfte in einer Übergangszeit durchaus auch als positiven Anreiz für Impfskeptiker sehen. Wenn aber ein Großteil der Menschen geimpft sei, würden die Maßnahmen eh wegfallen. Weitere Nachrichten: Tourismus in Bayern, Festnahme “NSU 2.0”, Zunahme politisch motivierte Kriminalität. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Antonia Franz Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundespressekonferenz.
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May 3, 2021 • 11min

Pressefreiheit: Journalismus zwischen den Stühlen

Die Pressefreiheit ist weltweit bedroht. Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” führt auf, dass sie in fast drei Viertel der Länder der Welt zumindest bedeutend eingeschränkt ist. Nicht nur in totalitären, repressive Staaten wie Nordkorea oder Eritrea, sondern auch in den USA, Großbritannien - und Deutschland. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ ist die Bundesrepublik von Platz 11 auf Platz 13 abgerutscht. Besonders in Zeiten der Pandemie sei es nicht leicht, aus den Gerichtssälen zu berichten, sagt SZ-Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger. Auch würde vor allem Rechtsextremisten die Verfahren oft genug als Bühne nutzen - und wie auch auf Pegida- oder Corona-Demonstrationen offen drohen. Auf Bedrohungen per Mail reagiere sie inzwischen immer öfter mit Anzeigen. Problematisch sei inzwischen aber auch der Druck, den Anwälte gegen Journalisten ausüben würden. Doch wenn sie sich einschüchtern lasse, dann habe sie ihren Beruf verfehlt, meint Ramelsberger. Journalisten sollten “nicht auf einem Stuhl oder schon gar nicht auf einem Schoß sitzen, sondern zwischen den Stühlen”. Hier der Link zum Schul-Projekt “Journalismus macht Schule”. Antworten auf häufig gestellte Fragen der Leserinnen und Leser und Positionen der SZ finden Sie hier und in der Zeitung auf der Seite des Leserforums. Weitere Nachrichten: Lockerungen für Geimpfte, Oktoberfest-Absage, BKA zerschlägt Kinderpornografie-Plattform, DFB-Krise. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk
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Apr 30, 2021 • 12min

"Angespannte Lage": Blick in Deutschlands Intensivstationen

Die Zahl der Covid-Intensivpatienten nimmt sehr leicht ab. Trotzdem bleibt die Situation ernst. Ein Gespräch mit einer Intensivpflegerin und einem Chefarzt. Wochenlang ist die Zahl der Covid-Intensivpatienten immer weiter gestiegen. Die Notfallmediziner haben wieder und wieder gewarnt: Es brauche strengere Maßnahmen, sonst drohe das Gesundheitssystem zusammenzubrechen. Erst jetzt geht die Zahl leicht zurück. Für Entspannung sorgt das aber nicht, erklären die Intensivkrankenpflegerin Katrin Rutten und der Ärztliche Direktor des Rotkreuzklinikums in München Marcus Hentrich. Weitere Themen: Biontech beantragt Impfstoff-Zulassung für Kinder ab 12, Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz, Massenpanik in Israel. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Bundespressekonferenz.
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Apr 29, 2021 • 14min

100 Tage Biden: Sind die USA zurück?

In den USA krempelt Joe Biden viel um, außenpolitisch ist er um Zusammenarbeit bemüht. Beim Impfen gilt aber ein altes Trump-Prinzip: America First. 100 Tage ist Joe Biden nun im Amt. Innenpolitisch, das sagen viele Beobachter, legt er ein rasantes Tempo vor: Die USA impfen in großer Geschwindigkeit, die Wirtschaft zieht kräftig an und die Regierung schenkt jedem US-Bürger 1400 Dollar. Aber wie sieht es denn außenpolitisch aus? Sind die USA wirklich zurück? Auch hier hat Biden für viel Aufsehen gesorgt: Rückkehr ins Pariser Klimaabkommen, klare Abgrenzung gegenüber Russland und China. US-Korrespondent Hubert Wetzel spricht über die Unterschiede zwischen Bidens und Trumps Außenpolitik - und deren Gemeinsamkeiten. Weitere Themen: Karlsruhe erklärt Klimaschutzgesetz für in Teilen verfassungswidrig, Neuinfektionen in Deutschland nehmen ab. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über US Congress.
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Apr 28, 2021 • 11min

Corona in Indien: Religiöse Feste werden zu Superspreader-Events

Die offiziellen Zahlen machen demütig: Am Mittwoch wurden in Indien 360.960 Corona-Infektionen neu gemeldet. Inzwischen sind es fast 18 Millionen nachgewiesene Fälle, die weltweit zweitmeisten Infektionen nach den USA. Mit offiziell annähernd 3300 neuen Toten an einem Tag wurde die Schwelle von 200 000 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus überschritten. Traurige Rekorde. Die Zahlen sind nicht besonders valide, sagt SZ-Asienkorrespondent David Peifer. Sowohl die Infektionen als auch die Anzahl der Toten seien eher geschönt oder “milde interpretiert”. Es werde in Indien nicht flächendeckend oder auch gar nicht getestet. Und wo getestet werde, da komme etwa einer von drei Covid-Tests positiv zurück. Das Gesundheitssystem sei in vielen Teilen des Landes bereits kollabiert. Der erneute Ausbruch vor allem in Städten wie Neu-Delhi hat laut Pfeifer mit den weitgehenden Lockerungen der Schutzmaßnahmen zu tun. Die Regierung habe fälschlich angenommen, das Virus schon fast besiegt zu haben. Doch dann hätten sich religiöse Massenfeste zu Superspreader-Events entwickelt. Weitere Nachrichten:Streit über Rechte für Geimpfte, Verfassungsschutz beobachtet "Querdenker", EU-Parlament bestätigt Brexit-Handelspakt. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Carina Seeburg, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk
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Apr 27, 2021 • 11min

“Geimpft werden macht glücklich”

Nach der Blamage um die schnell wieder einkassierte “Osterruhe” hatten sich am Montagnachmittag Bund und Länder zu einem Impfgipfel verabredet. Das Ergebnis: Die Impfpriorisierung wird bald aufgehoben und dann gibt es auch mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene vom Coronavirus. Auch nimmt die Impfkampagne in Deutschland endlich Fahrt auf - und manche Hausärzte sind inzwischen "am Oberrand unserer Belastungsgrenze", wie die Virologin Nasim Motamedi aus einer Allgemeinarztpraxis bei München sagt. Geimpfte sollten schnell ihre Freiheiten zurück bekommen, meint Werner Bartens aus der SZ-Wissenredaktion. Auch sei es jetzt "höchste Zeit", in den Altersheimen mit Lockerungen zu beginnen. Grundsätzlich seien die Hausärzte zu spät in die Impfkampagne eingebunden worden, kritisiert Bartens. Aber jetzt seien "erstaunliche Fortschritte" zu verzeichnen. Ein befreundeter Impfarzt habe ihm gesagt: “Impfen macht glücklich, geimpft werden macht glücklich.” Täglich würden gerade ein Prozent der Bevölkerung geimpft. Bereits 24 Prozent seien es bis dato. Bis spätestens Pfingsten müssten also dringend mehr Freiheiten für Geimpfte und Genese gewährt werden. Ab spätestens Juli könne man wieder zuversichtlich sein. Registrierungen und Infos kostenfrei unter der Bundeshotline 116117 oder unter www.impfterminservice.de. Weitere Nachrichten: Bayern hebt Impfpriorisierung früher auf, Lockdown in der Türkei, Nagelsmann wird neuer Bayern-Trainer. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen, Antonia Franz Produktion: Carolin Lenk
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Apr 26, 2021 • 11min

Drei Oscars für “Nomadland”: Ein Glücksfall!

Zum 93. Mal sind die bedeutendsten Filmpreise der Welt verliehen worden. Drei der vier Haupt-Oscars gingen an das Roadmovie "Nomadland" der aus China stammenden Filmemacherin Chloé Zhao. Einer davon an ihre Hauptdarstellerin Frances McDormand. Und die sich wünscht sich statt einer Dankesrede, dass man sich den Film auf der größten Leinwand anschauen sollte, die man finden kann. Die Preise seien absolut gerechtfertigt, sagt die SZ-Filmkritikerin Susan Vahabzadeh. “Nomandland” sei “ein Glücksfall von einem Film.” Er zeige großartige Bilder und entwickle eine unglaubliche Resilienz. Zudem sei die gesamte Verleihung viel diverser, als die beiden Oscars für McDormand und Anthony Hopkins vermuten lassen würden. Auch “Mank” von David Fincher sei ein “wahnsinnig schöner Film”, sagt Vahabzadeh. Aber im Vergleich wirke er trotz seiner Perfektion “unemotional und erstarrt”. Weitere Nachrichten: Corona wütet in Indien, Arbeitsverbot für Nawalnys Organisationen, globaler Rüstungsboom. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Carina Seeburg, Antonia Franz, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audiomaterial über ABC, SearchlightPictures und Movie Trailers Source.
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Apr 23, 2021 • 12min

Fußball-EM: Es bleibt bei München

Nach langen Diskussionen bleibt es im Sommer bei vier Fußball-EM-Spielen in München. Mindestens 14.500 Fans sollen dabei Platz in der Arena finden. Drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft sollten in München stattfinden. Doch weil sich auch Deutschland in der Pandemiebekämpfung schwertut, war nicht mehr sicher, ob München Austragungsort bleibt. Denn der europäische Fußballverband Uefa hat die Bedingung, dass Zuschauer ins Stadion müssen. Nun bleibt München Spielort und mindestens 14.500 Fans sollen bei den Partien zuschauen. Eine überraschende Entscheidung, meint SZ-München-Chef René Hofmann. Weitere Themen: Spahn über Coronalage, Merkel im Wirecard-Untersuchungsausschuss, Nawalny beendet Hungerstreik. Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro Redaktion: Lars Langenau Produktion: Valérie Nowak

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