

Sozusagen
Bayerischer Rundfunk
Sozusagen! Für alle Liebhaber, nicht für Rechthaber der deutschen Sprache. Mit Gesprächen, Glossen, Kommentaren über neue und alte Phänomene unserer Sprache.
Episodes
Mentioned books

Mar 27, 2025 • 16min
Los, beleidige mich! Ein Battlerap-Star berichtet
Sein Kampfname klingt wie Papa Schlumpf. Sein Leben ist der "Battle Rap", also: die Kunst der Beleidigung. Sein Buch darüber ist fertig ("Battle Rap", Ventil Verlag). Und was ihn an dieser Form der Sprachkunst so fasziniert, das erzählt er uns jetzt: Der Rapper Papi Schlauch alias Rafael Schmauch. Berlin, was geht!

Mar 19, 2025 • 12min
Warum Tunesien von uns alte Sprachaufnahmen erhält
Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) waren in Deutschland viele Kriegsgefangene inhaftiert, Etliche von ihnen stammten aus Afrika. Eine Gruppe Sprachwissenschaftler machte sich das damals zunutze und nahm mit den Gefangenen Beispielsätze in deren Sprachen auf. Was die Probanden eigentlich erzählen wollten, interessierte die "Königlich Preußische Phonographische Kommission" allerdings herzlich wenig. Diese kaum bekannte, hochinteressante Geschichte haben wir vor gut fünf Jahren in unserem Sprachmagazin erzählt - und nun ist in die Sache Bewegung gekommen, einige der Tonaufnahmen aus dem Kolonialarchiv wurden an ein Institut in Tunesien übergeben. Späte Gerechtigkeit? Die Kulturwissenschaftlerin Anette Hoffmann ordnet das für uns ein.

Mar 13, 2025 • 16min
Tendenziell rechts? Zur Bildsprache der Künstlichen Intelligenz
Trump als Linebacker, Elon Musk als römischer Gladiator: Wer heute noch auf X unterwegs ist, dem oder der begegnen solche Bilder immer wieder. Im Trump-Lager liebt man Bild-KIs und die satten, hyperrealistischen Heldenbilder, die sie entwerfen. Und nicht nur die Rechtslibertären in den USA, auch die extreme Rechte in Deutschland hat einen Narren gefressen an KI-Bildgeneratoren. Kein Wunder, sagt der Kulturwissenschaftler Roland Meyer. Seiner Meinung nach gibt es eine "ideologische und ästhetische Affinität" zwischen der politischen Rechten und generativer KI. Warum, erklärt er im Sozusagen-Interview.

Mar 5, 2025 • 18min
Die Sprache der Außenpolitik
"Die Sprache der Außenpolitik ist mein Handwerkszeug", sagt unser heutiger Gast Jörg Lau. Als Zeit-Journalist schreibt er über all die Konflikte, die uns von Woche zu Woche mehr beschäftigen: Lau schreibt über den Krieg in der Ukraine und den Zeitenwechsel in Europa, über entfesselte Großmächte und deutsche Versuche, der Weltlage beizukommen. Dabei versucht er, Floskeln und Phrasen zu vermeiden. Keine "Augenhöhe", keine "Gewaltspirale" und kein "Weckruf" - sondern lieber Begriffe, die "die ohnehin unübersichtliche Weltlage nicht weiter vernebeln, sondern sie ordnen und verständlich machen." Zu Laus Selbstversuch gibt es nun auch ein Buch von ihm: "Worte, die die Welt beherrschen: Was die Phrasen der Außenpolitik wirklich bedeuten" (Droemer Knaur).

Feb 27, 2025 • 25min
Übersetzung von "Mein Kampf": Wo Hitlers Sprache heute weiterwirkt
"Remigration", "Wir werden sie jagen", "Systempresse" und Immigranten als "Ungeziefer", das es "auszurotten" gilt: In Europa wie auch in Übersee sind demagogische Reden und nationalsozialistisches Vokabular in den politischen Diskurs zurückgekehrt. Der Übersetzer Olivier Mannoni kennt sich damit aus: Er hat viele Werke zur NS-Zeit ins Französische übertragen - darunter die gut 700 Seiten von "Mein Kampf". Die Herausforderung: Für eine kritische Ausgabe sollte er Hitlers konfusen Sprachstil nicht glätten, sondern wortwörtlich ins Französische übersetzen. Mehr als acht Jahre hat dieser Prozess gedauert, und er war begleitet von einer hitzigen gesellschaftlichen Debatte. Über diese Erfahrung hat Olivier Mannoni einen Essay geschrieben: In "Hitler übersetzen" geht es um die Frage, wie man mit emblematischen NS-Texten umgehen soll - und auch: Was man aus ihnen lernen kann.

Feb 19, 2025 • 13min
Sprachen, die es bald nicht mehr gibt
7000 Sprachen gibt es auf unserer Welt. Noch!, muss man sagen - denn etwa 3000 dieser Sprachen werden wohl noch in diesem Jahrhundert verstummen. Nun erscheint der "Atlas der vom Aussterben bedrohten Sprachen" (Dumont). Co-Autor Stefan Schnell ist heute unser Gast - und erzählt uns, was eigentlich so schlimm daran ist, wenn eine Sprache in Vergessenheit gerät.

Feb 6, 2025 • 17min
Wie sexistisch sind ChatGPT und Co.?
Künstliche Intelligenz findet immer mehr Einzug in unseren Alltag und erleichtert so manchen Arbeitsschritt. Doch sie kann auch Stereotype verstärken und die Benachteiligung von bestimmten Geschlechtern befördern, wie sich etwa bei KI-Recruiting-Tools zeigte. Wie sich genderspezifische Vorurteile auch in KI-Sprachmodellen wie ChatGPT manifestieren - und was man dagegen tun kann, erklärt die Informatikerin Stefanie Urchs von der Hochschule München: Sie erforscht, wie man Trainingsdaten auf Genderdiskriminierung untersuchen kann, bevor diese zum KI-Training eingesetzt werden.

Jan 30, 2025 • 16min
Wer hat Angst vorm Sprachverfall? Der Germanist Philip Kraut im Gespräch
Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod? So what, sagt der Germanist Philip Kraut von der Humboldt Uni in Berlin. Denn eines weiß er: Die Klage über den Verfall des Deutschen ist so alt wie die deutsche Sprache selbst. Und gute Nachrichten: Es gibt sie noch immer. Wissenschaftlich seien solche Thesen jedenfalls nicht haltbar. Und auch im Alltag plädiert Kraut für mehr Entspanntheit im Umgang mit sprachlicher Varianz.

Jan 23, 2025 • 9min
Schöpfer des Bayerischen Wörterbuchs: Wer war Johann Andreas Schmeller?
Er gilt als Begründer der Dialektologie: Johann Andreas Schmeller. Als erster setzte er sich systematisch mit der bayerischen Mundart auseinander. Obwohl er aus allerkleinsten Verhältnissen stammte, wurde er zu einem der wichtigsten Sprachforscher des 19. Jahrhunderts. Der Germanist Werner Winkler setzt sich schon seit Jahrzehnten mit dem Werk von Schmeller auseinander und hat ihm jetzt eine neue Biografie gewidmet. Darüber haben wir mit ihm gesprochen.

Jan 15, 2025 • 10min
Alte Sprachlehrbücher - und was sie uns erzählen
Sich mit den Geschäftspartnern auf Italienisch unterhalten, nach einem langen Tag im Kontor noch Englischvokabeln pauken: Mit dem Ende des Mittelalters begannen immer mehr Europäer, Fremdsprachen zu lernen. Etwa eintausend Lehrbücher aus dieser Zeit sind noch erhalten. Sie werden jetzt systematisch erfasst, weil sie uns viel über Sprache und Alltag der frühen Neuzeit erzählen. Unsere zwei Gäste heißen Horst Simon und Josephine Klingebeil-Schieke - und wissen schon recht genau, was sie die nächsten 17 Jahre lang vorhaben...


