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Kreiskyforum
Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit.
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
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Mentioned books

Mar 30, 2020 • 1h 1min
Carina Altreiter: Umkämpfte Solidaritäten
Carina Altreiter
UMKÄMPFTE SOLIDARITÄTEN
Spaltungslinien in der Gegenwartsgesellschaft
Wähler rechtspopulistischer Parteien wünschen sich mehr Solidarität für „die unsrigen Leute“, Sebastian Kurz wiederum spricht von „neuer Gerechtigkeit“, die „die Leistungsträger“ entlastet. Sozialistische Gerechtigkeitskonzepte gehen von einer Solidarität der „einfachen Leute“ gegen „die da oben“ aus.
Tatsächlich sind in unserer Gesellschaft verschiedene „Solidaritätstypen“ auszumachen, die verschiedenen Gerechtigkeitsnormen folgen. Jede dieser Solidaritätstypen hat ihre eigenen Vorstellungen von Moralität.
Ein Sozialforscher*innen-Team hat in zahlreichen langen Interviews mit den verschiedensten Bürgerinnen und Bürgern diese konkurrierenden Gerechtigkeitsnormen aufgespürt.
Die Resultate zeigen auch, dass sie durchaus auch versöhnt werden können – die heute so gängige Polarisierungsdiagnose ist insofern auch etwas übertrieben. Carina Altreiter stellt die Studie vor, die sie mit ihren Kolleg*innen Jörg Flecker, Ulrike Papouschek, Saskja Schindler und Annika Schönauer erstellt hat.
Moderation:
Robert Misik, Autor und Journalist
Carina Altreiter,
geboren 1985 in Linz, Soziologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Soziologie und Empirische Sozialforschung an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Mar 30, 2020 • 35min
Isolde Charim über Heinz Budes "Solidarität"
Die Zukunft einer großen Idee
Solidarität war einmal ein starkes Wort. Es geriet in Verruf, als jeder für sein Glück und seine Not selbst verantwortlich gemacht wurde. Heute ist die Gesellschaft tiefer denn je zwischen Arm und Reich gespalten. Natürlich gibt es ein Sozialsystem, das einen Ausgleich bewirkt. Dazu brauchen wir aber ein neues Verständnis von Solidarität. Wir sollten uns nicht damit begnügen, materielle Not zu lindern, sondern im anderen uns selbst als Mensch wiedererkennen. Erst durch diese freie Entscheidung zur Mitmenschlichkeit findet eine Gesellschaft wieder zusammen. Heinz Budes Reflexionen über die solidarische Existenz liefern die Antworten auf die soziale Frage unserer Zeit.
Isolde Charim, Philosophin, Autorin und Kuratorin des Kreisky Forums bespricht as Buch von Heinz Bude Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee, das 2019 im Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München erschienen ist.
Heinz Bude, deutscher Soziologe und Hochschullehrer. Ab 1992 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und ist seit 1997 dort Leiter des Arbeitsbereichs „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“. Bude vertrat Lehrstühle an der Freien Universität Berlin und an der Viadrina in Frankfurt/Oder und war 1996 Visiting Scholar am Center for European Studies der Cornell University. Seit 2000 lehrt er als Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel mit den Arbeitsschwerpunkte sind Generations-, Exklusions- und Unternehmerforschung. Bude gehört zu den Initiatoren der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde

Mar 30, 2020 • 1h 3min
Selina Todd: The People
The rise and fall of the working class, 1910-2020
Schon der Titel von Selina Todds Bestseller The People: The Rise and Fall of the Working Class, 1910-2010 hat es in sich: Da wird beschrieben, wie die Arbeiterklasse aufstieg, von “den Armen” zu “dem Volk”. Die arbeitenden Klassen wurden zum zentralen, alles tragenden Bevölkerungsmilieu, “dem Volk” eben. Mit dieser Zentralität ging ein Stolz einher, die Zuversicht, dass es mit den “einfachen Leuten” langsam, aber stetig bergauf gehen werde. Bis dann politische und gesellschaftliche Veränderungen diese Tendenz wieder umkehrten, die Zukunftszuversicht durch Angst ersetzt wurde und die arbeitenden Klassen das Gefühl bekamen, immer mehr an den Rand gerückt zu werden. Auf Basis von Oral History Quellen und vielen eigenen Gesprächen gelingt Selina Todd ein Porträt der – vor allem, aber nicht nur – britischen Arbeiterklasse im 20. Jahrhundert. Wer die Wut und Entfremdung der arbeitenden Klassen in den letzten Jahren verstehen will kommt um Selina Todds grandiose Studie nicht herum.
Moderation:
Robert Misik, Autor und Journalist
Selina Todd
ist eine britische Historikerin und Schriftstellerin. Seit 2015 ist sie Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Oxford. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Geschichte der Arbeiterklasse, der Frauen und des Feminismus im modernen Großbritannien.

Mar 3, 2020 • 1h 30min
Ist der Neoliberalismus noch zu retten?
Colin Crouch, geboren 1944, lehrte bis zu seiner Emeritierung Governance and Public Management an der Warwick Business School. Für sein Buch Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus erhielt Crouch 2012 den Preis »Das politische Buch« der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Dass es den Neoliberalismus gar nicht gibt, dass es sich dabei nur um einen »Kampfbegriff« handelt, ist zu einem Hauptargument (dem letzten?) seiner Verteidiger geworden. Kaum ein Autor hat dabei so viel zum Verständnis dieses Konzepts beigetragen wie Colin Crouch. Angesichts des rechtspopulistischen Widerstands gegen die marktradikale Form der Globalisierung, angesichts von wachsender Ungleichheit und von Tragödien wie der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower stellt Crouch nun die Frage, ob der Neoliberalismus noch zu retten ist. Jenseits polemischer »Dämonologie« und ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten, analysiert er die Schwachpunkte dieses Ansatzes. Mit der ihm eigenen Blindheit für seine sozialen Nebenfolgen ist der, so Crouch, Neoliberalismus endgültig selbstzerstörerisch geworden. Werden die Konzerne und Individuen, die bislang von ihm profitieren, das einsehen und endlich umsteuern?

Mar 3, 2020 • 1h 31min
Toxische Männlichkeit
„Große Jungs weinen nicht – dafür trinken sie mehr, sterben früher und sind gewalttätiger als Frauen“, schreiben Noura Maan und Sandra Nigischer im Standard. Gewalt gegen Frauen ist ein Männerproblem. Es reicht nicht, angesichts vieler trauriger Anlässe, über den Schutz von Frauen zu sprechen. Es ist an der Zeit, über Männer zu sprechen – über Männerbilder, Männervorstellungen, männliche Identität. Denn diese Männlichkeit erweist sich – sowohl wenn sie intakt ist als auch wenn sie sich bedroht fühlt – als eminentes gesellschaftliches Problem.

Feb 10, 2020 • 1h 33min
Isolde Charim über Heinz Budes SOLIDARITÄT
Aufgrund eines Sturms wurde der Flug von Professor Bude nach Wien gestrichen.
Isolde Charim hielt einen Vortrag über Heinz Budes Buch „Solidarität“ und führte eine Diskussion zum Thema mit dem Publikum.
Solidarität war einmal ein starkes Wort. Es geriet in Verruf, als jeder für sein Glück und seine Not selbst verantwortlich gemacht wurde. Heute ist die Gesellschaft tiefer denn je zwischen Arm und Reich gespalten. Natürlich gibt es ein Sozialsystem, das einen Ausgleich bewirkt. Dazu brauchen wir aber ein neues Verständnis von Solidarität. Wir sollten uns nicht damit begnügen, materielle Not zu lindern, sondern im anderen uns selbst als Mensch wiedererkennen. Erst durch diese freie Entscheidung zur Mitmenschlichkeit findet eine Gesellschaft wieder zusammen. Heinz Budes Reflexionen über die solidarische Existenz liefern die Antworten auf die soziale Frage unserer Zeit.
Heinz Bude, deutscher Soziologe und Hochschullehrer. Ab 1992 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und ist seit 1997 dort Leiter des Arbeitsbereichs „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“. Bude vertrat Lehrstühle an der Freien Universität Berlin und an der Viadrina in Frankfurt/Oder und war 1996 Visiting Scholar am Center for European Studies der Cornell University. Seit 2000 lehrt er als Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel mit den Arbeitsschwerpunkte sind Generations-, Exklusions-und Unternehmerforschung. Bude gehört zu den Initiatoren der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde.
Isolde Charim, Philosophin, Publizistin und Kuratorin des Bruno Kreisky Forums
Das Buch von Heinz Bude Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee ist im Jahr 2019 im Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München erschienen.


