ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Mar 15, 2021 • 19min

Warum sind Morde so faszinierend, Lydia Benecke?

Ein Gespräch mit einer Kriminalpsychologin über den True Crime-Hype TRIGGERWARNUNG: In dieser Episode geht es um Verbrechen wie Mord, Kannibalismus und sexuelle Gewalt. Personen, die sensibel auf solche Inhalte reagieren, sollten die Episode überspringen. Heute wollen wir tief in die Abgründe der menschlichen Seele abtauchen und uns fragen, woher in jüngster Zeit der Hype um True Crime kommt, also der medialen Aufarbeitung von wahren Kriminalfällen. Ob klassische Fernsehformate wie „Medical Detectives“, Zeitschriften wie „Zeit Verbrechen“ oder „In Cold Blood“ von Truman Capote: Echte Verbrechen haben Menschen schon immer gefesselt. Ein jüngeres Publikum kommt zunehmend über Podcasts wie „Serial“, „My favorite Murder“ oder „Mordlust“ mit diesem Genre in Kontakt – und findet anscheinend Gefallen am Morbiden und Ominösen. Woher die Faszination für Verbrechen, Tod und Mord kommt möchten wir in dieser Episode des „ÄrzteTags“ mit einem Gast klären: Lydia Benecke ist Kriminalpsychologin und arbeitet in ihrem Beruf mit Gewalt- und Sexualsträftätern zusammen. Daneben beschäftigt sie sich seit langem mit dem Phänomen True Crime und weiß, was Menschen an der Erzählung über brutalste Verbrechen anzieht. Gemeinsam gehen wir den Fragen auf den Grund, was im Gehirn – neurologisch wie psychologisch – bei der Beschäftigung mit Kriminalfällen vor sich geht, ob die True Crime-Faszination heute größer als früher ist oder uns innewohnt und warum Frauen sich lieber mit True Crime beschäftigen als Männer. Und Lydia Benecke erklärt, warum Kannibalismus als sexuelle Störung klassifiziert wird. Im zweiten Teil dieses Gesprächs geht es morgen um kulturelle Unterschiede bei der Beschäftigung mit Tod und Mord, warum Scheidungen Männerleben retten und wir schauen uns zwei Fälle an, in denen Verbrecher es zeitweise geschafft haben, Ärzte hinters Licht zu führen, so dass diese die falschen Diagnosen gestellt haben. Hören Sie unbedingt wieder rein! Zur Studie der University of South Carolina: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/19376529.2017.1370714 Fotocredit: © Olivier Favre
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Mar 12, 2021 • 29min

Arzt und Apotheker – ein Dreamteam bei der Diabetikerversorgung?

Wie beide Berufsgruppen an einem Strang ziehen könnten Arzt und Apotheker sind beide Heilberufler, die sich um das Wohl von Patienten kümmern – jeder im Rahmen seiner Profession. Und ohne Frage profitiert der Patient, wenn beide Berufsgruppen eng zusammenarbeiten. Und doch bewegt sich mitunter die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern in einem Spannungsfeld – nicht nur rechtlich, wenn es um illegale Zuweisungsgeschäfte geht, sondern auch wenn es darum geht, zu trennen, was originär ärztliche und was pharmazeutische Leistungen sind. Ein neuer Stein des Anstoßes könnte das Vorort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) sein. Denn damit sollen nun neue pharmazeutische Dienstleistungen eingeführt werden, die von den gesetzlichen Krankenkassen auch honoriert werden, etwa im Bereich Diabetesversorgung und Grippeschutz. Im Podcast tauschen sich die Ärztin Ingrid Dänschel, Fortbildungsbeauftragte im sächsischen Hausärzteverband und im Bundesvorstand der Hausärzte, und die Apothekerin Gabriele Overwiening, Vorsitzende der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, und seit kurzem auch Präsidentin der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, aus. Bein Thema Diabetesversorgung, aber auch beim Grippeschutz, finden sie dabei mehr Übereinstimmungen als verhärtete Fronten. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft beider Berufsgruppen?
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Mar 10, 2021 • 13min

Klima, Menschenrechte, Digitalisierung – drei wichtige Themen für Ärzte

Im Gespräch mit Berlins Ärztekammerpräsidenten Die Ärztekammer Berlin hat einen Nachfolger für den früheren Kammerpräsidenten Dr. Günther Jonitz gewählt, der sein Amt vorzeitig aufgegeben hat, um den Weg für eine neue Generation frei zu machen. Der im Februar neu gewählte Präsident Dr. Peter Bobbert ist bereits seit 2013 Mitglied im Vorstand, seit 2019 Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und seit 2014 als Oberarzt am Evangelischen Hubertus Krankenhaus in der Abteilung für Innere Medizin tätig. Im Podcast-Gespräch erläutert er, welche drei Themenbereiche er vorrangig in seiner Amtszeit vorantreiben möchte und warum die Corona-Pandemie nochmals deutlich gezeigt hat, dass Sparen im Gesundheitswesen der falsche Ansatz ist.
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Mar 9, 2021 • 19min

Warum gibt es zu wenige Schmerztherapeuten, Dr. Horlemann?

Was gegen die Lücke getan werden kann Das Thema Schmerzen ist brisant wie eh und je. Denn in Deutschland leiden rund 23 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen, 3,4 Millionen sind schwerstgradig schmerzkrank. Es gibt allerdings nur etwa 1.200 ambulant tätige, ausgebildete Schmerztherapeuten. Die Lücke ist offensichtlich. Im Podcast-Gespräch erläutert der Schmerzmediziner Dr. Johannes Horlemann, wie diese Lücke geschlossen werden könnte und was aus dem Facharzt für Schmerzmedizin geworden ist. Denn er ist nicht nur niedergelassener Arzt in Kevelaer, sondern auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und kennt damit die praktische Seite als Arzt ebenso wie gesundheitspolitischen Hürden. Außerdem berichtet er, warum der neue Curriculum Ärztliche Psychotherapie, das in diesem Jahr beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag erstmals angeboten wird, so wichtig ist für die umfassende Betreuung von Schmerzpatienten.
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Mar 7, 2021 • 23min

Ticken Frauen tatsächlich anders als Männer?

Ein Gespräch zum Weltfrauentag über Frauen und Medizin Den Internationalen Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – gibt es seit über 100 Jahren. Und seit genau 100 Jahren auch stets am 8. März. In vielen Ländern ist dieser Tag inzwischen ein gesetzlicher Feiertag. Zweifellos hat sich seit den Anfängen, die in der Arbeiterinnenbewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurzeln, weltweit auch bereits viel verändert für mehr Gleichberechtigung und weniger Diskriminierung von Frauen. Das Motto der UN für 2021 – „Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world“ – zeigt dennoch auf, dass auf dem Weg zur Gleichstellung noch Hürden vorhanden sind, vielleicht sogar neue durch die Pandemie hinzugekommen sind. Auch in der Medizin ist Frau von einem Idealzustand noch weit entfernt. So hat eine Erhebung des Deutschen Ärztinnenbundes 2019 ergeben, dass in den wichtigsten klinischen Fächern nur 13 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind. Es sind somit überwiegend auch Männer, die prägen, welche medizinischen Fragen wissenschaftlich untersucht werden und wie Behandlungen erfolgen. Seit vielen Jahren auf unterschiedlichste Weise aktiv, um speziell im Gesundheitssektor Verbesserungen für Frauen zu erreichen, ist Professor Bettina Pfleiderer, ehemalige Präsidentin des Weltärztinnenbundes. Im Podcast erzählt sie, warum der 8. März nicht nur ein Grund zum Feiern ist und ob Frauen tatsächlich anders ticken als Männer. Denn sie forscht am Universitätsklinikum Münster auch zu „Gender & Cognition“.
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Mar 5, 2021 • 15min

Veranstaltungen trotz Pandemie – wie kann das klappen, Dr. Kainzinger?

Ein Gespräch über Schnelltests und sinnige Hygienekonzepte Dr. Florian Kainzinger ist gerade ein gefragter Mann: Der Gesundheitsökonom arbeitet an vielen Hygienekonzepten, um öffentliche Präsenzveranstaltungen während der Corona-Pandemie möglich zu machen. In der heutigen „ÄrzteTag“-Episode erklärt er, auf welchen Ideen gute Hygienekonzepte fußen, welche Fallstricke es beim Testen auf SARS-CoV-2 gibt und bis wann wir wohl noch mit Corona-Hygienekonzepten leben werden müssen. Außerdem erzählt der Geschäftsführer von Think.Health, wann Antigentests täglich wiederholt werden müssen. Und wir schauen uns an dem konkreten Beispiel des diesjährigen Hauptstadtkongresses an, was Kongressbesucher vor Ort erwarten können und müssen, um eine sichere Teilnahme zu ermöglichen. Und was passiert, wenn ein Besucher positiv auf SARS-CoV-2 getestet wird?
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Mar 1, 2021 • 20min

Darmkrebsvorsorge – noch zu wenig genutzt?

Ein Gespräch zum Darmkrebsmonat März Jedes Jahr im März rückt das Thema Darmkrebs öffentlich mehr in den Vordergrund. Denn Karzinome, vor allem des Dickdarms, gehören nach wie vor zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Das Screening auf Darmkrebs in Deutschland hat sich dabei in jüngster Zeit verändert, etwa mit der aktiven Einladung von Krankenversicherten zur Vorsorgeuntersuchung und mit neuen Stuhltests auf okkultes Blut. Nun hat jedoch die COVID-19-Pandemie zu einem deutlichen Einbruch der Zahl von Vorsorgeuntersuchungen geführt. Was das für die Patienten bedeuten könnte und wie sich die Krebsvorsorge weiter verbessern ließe, erläutert im Podcast der Vorstandsvorsitzende der Stiftung LebensBlicke Professor Jürgen Riemann aus Ludwigshafen. Die Stiftung LebensBlicke setzt sich seit 1998 für Informationen der Öffentlichkeit und für die Prävention von Darmkrebserkrankungen ein.
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Feb 26, 2021 • 29min

Täterinnen – die dunkle Seite von Frauen

Warum das Thema oft tabuisiert wird Mord ist Männersache – so lassen sich zumindest Kriminalstatistiken deuten. Im deutschsprachigen Raum geht man zum Beispiel davon aus, dass nur etwa 12 bis 15 Prozent der Gewaltkriminalität auf das Konto von Frauen geht, bei Sexualdelikten ist der Anteil noch viel geringer im einstelligen Bereich. Und doch gibt es auch Amokläuferinnen, Sexualtäterinnen, Terroristinnen, Raub- und Massenmörderinnen. Literatur und Tagesmedien übernehmen ihre mitunter verstörenden Geschichten dann gerne mit leichtem Grauen, gerade wenn es um Gift- oder Kindsmord geht. Dass allerdings vor Gericht oft ganz besondere persönliche Geschichten zutage kommen, weiß die Wiener Medizinerin und Psychologin Dr. Sigrun Roßmanith. Sie arbeitet seit über 40 Jahren als Psychiaterin und Psychotherapeutin und ist seit 25 Jahren auch als forensische Psychiaterin aktiv, wobei sie unter anderem als beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige tätig ist. Ob Frauen tatsächlich anders morden und Verbrechen anders begehen als Männer, das erzählt sie in dieser Podcast-Episode. Zugleich betont sie, dass Frauen zwar deutlich häufiger als Männer Opfer von Gewalttaten und Sexualverbrechen sind – die dunkle Seite als Täterinnen dennoch nicht tabuisiert werden darf.
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Feb 24, 2021 • 19min

Was läuft in Sachen Corona in Rendsburg-Eckernförde besser, Dr. Schwemer?

Lehren für den ÖGD aus der Pandemie Die Gesundheitsämter spielen in der Pandemiebekämpfung eine zentrale Rolle und nicht in allen Regionen konnten sie die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen. Der Fachdienst Gesundheit im Kreis Rendsburg-Eckernförde – mitten in Schleswig-Holstein – hat in der Pandemiebekämpfung allerdings schon mehrfach Sonderwege beschritten. Welche das sind, was sie bewirken und welche Gedanken man sich im Kreis schon jetzt für den Fachdienst Gesundheit für die Zeit nach der Pandemie macht, darüber spricht im Podcast, Dr. Rolf-Oliver Schwemer, der als Jurist und CDU-Politiker immerhin schon seit gut zwölf Jahren Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde ist.
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Feb 23, 2021 • 15min

Ernährungsberatung braucht mehr Gewicht !

Wie Hausärzte hier aktiv werden können – und sollten Die Ernährung spielt für die Menschen eine immer wichtigere Rolle – nicht nur weil sie gerne kochen und es schmeckt, sondern weil uns zunehmend bewusst wird, welche Auswirkungen die Ernährung auf unsere Gesundheit hat. Viele Medien haben diesen Trend längst aufgegriffen, klären auf und geben Tipps. Als eine der Expertinnen im Team der NDR-Fernsehserie „Die ErnährungsDocs“ analysiert zum Beispiel Dr. Silja Schäfer regelmäßig die Ernährung von Patienten mit schweren gesundheitlichen Problemen und gibt Empfehlungen für eine Umstellung. Im Podcast-Gespräch erläutert Schäfer, die als niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin in einer Kieler Gemeinschaftspraxis arbeitet, warum das Thema Ernährung auch in der Hausarztpraxis mehr Gewicht bekommen sollte und warum sie dennoch Patienten nicht mit ihrer Beratung zwangsbeglückt.

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