#13: Westliche Unternehmen in Russland: Pragmatiker, Verräter oder Spielbälle der Politik?
Mar 5, 2025
auto_awesome
Eine spannende Diskussion über die knifflige Situation westlicher Unternehmen in Russland. Experten erörtern, warum viele Firmen bleiben, obwohl Sanktionen drohen. Auch die Herausforderungen beim Verkauf von Geschäftsanteilen werden thematisiert. Im Fokus steht, wie Oligarchen von den Verlusten europäischer Firmen profitieren. Zudem wird die Rückkehr westlicher Unternehmen und die Rolle von Kirill Dmitriev beleuchtet. Ein komplexes Zusammenspiel aus Politik und Wirtschaft, das die Zukunft der Geschäftswelt in Russland prägen wird.
Ausländische Unternehmen in Russland sind durch politische Einflüsse und bürokratische Hürden gefangen, während sie versuchen, profitable Geschäfte aufrechtzuerhalten.
Die sinkende Profitabilität europäischer Firmen führt zu einer Entflechtung mit Russland, was die wirtschaftlichen Perspektiven sowohl für Russland als auch für Europa weiter verschlechtert.
Deep dives
Die Geiselsituation der Unternehmen
Ausländische Unternehmen in Russland befinden sich in einer komplizierten Geiselsituation, beeinflusst von politischen Druck von beiden Seiten. Viele Firmen hielten an ihren Geschäften fest, in der Hoffnung, dass der Konflikt und die Sanktionen irgendwann enden würden, um von den Marktchancen in einem der größten Absatzmärkte Europas zu profitieren. Trotz der Sanktionen können Unternehmen in Russland weiterhin Geld verdienen, jedoch können sie ihre Profite nicht ins Ausland überweisen. Die Unternehmen sehen sich daher herausgefordert, da die Möglichkeit zur Rückkehr ins westliche Geschäft durch wachsende bürokratische Hürden und Sanktionen erschwert wird.
Doppelte Verlierer Europas
Die europäischen Unternehmen stehen als doppelte Verlierer da, nicht nur aufgrund entgangener Profite durch den Rückzug, sondern auch wegen der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, die aus der Entflechtung mit Russland resultieren. Die Sanktionen und der Rückgang von Energieimporten aus Russland haben negative Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft, was die Perspektiven weiter verschlechtert. Trotz der relativ geringen Anzahl an Unternehmen, die den russischen Markt endgültig verlassen haben, repräsentieren diese Firmen jedoch einen signifikanten Anteil am Gesamtumsatz. Die Untersuchung zeigt, dass vor allem größere Unternehmen den Schritt gewagt haben, während viele kleinere Firmen weiterhin in Russland aktiv sind, was auf unterschiedliche Risiken und Abhängigkeiten hinweist.
Herausforderungen bei der Rückkehr nach Russland
Die Rückkehr von Unternehmen nach Russland könnte sich als schwierig erweisen, da neue Anforderungen an Lokalisation und Technologietransfer gestellt werden könnten. Während einige Unternehmen Rückkaufoptionen in ihren Verkaufsverträgen haben, könnten diese durch die nun etablierten bürokratischen Hürden und politischen Bedingungen behindert werden. Die Russen zeigen zwar Interesse an westlichen Investitionen, jedoch könnte die Verhandlungsmacht, die sie durch die aktuelle Situation erlangt haben, dazu führen, dass sie unerwartete Bedingungen diktiert, die für westliche Firmen weniger vorteilhaft sind. Da die geopolitischen Spannungen weiterhin bestehen, ist ungewiss, wie viele Unternehmen wirklich bereit sind, einen Rückkehrversuch in den russischen Markt zu wagen.
Die Ereignisse rund um den Ukrainekrieg überschlagen sich. Donald Trump geht auf Putin zu. Gleichzeitig verlängert er die Sanktionen gegen Russland, und die EU verhängt sogar neue. Mittendrin in Geiselhaft die westlichen Unternehmen, die von Anfang an am moralischen Pranger standen. Viele haben das Land daher verlassen, noch mehr sind allerdings geblieben. Doch selbst wenn sie herauswollen, lässt Putin sie nur schwer gehen. Und dort wie da ist bereits die Rede davon, dass manche bald dorthin zurückkehren könnten. Wie sieht die Situation aus? Richten es sich die amerikanischen Firmen wieder zuungunsten der europäischen? Und was muss man in diesem Zusammenhang zur Person von Kirill Dmitriev wissen?
Die Russland-Experten Eduard Steiner und Vasily Astrov sehen sich in der 13. Folge des „Presse“-Podcast zur russischen Wirtschaft das Phänomen näher an. Und legen dar, wie sehr die europäischen Unternehmen in Russland bereits verloren haben bzw. ob die Russen das Verhältnis zu ihnen kitten wollen.
Der Podcast zur russischen Wirtschaft
Ringt der Westen mit Sanktionen Russland nieder? Oder braucht Russlands Wirtschaft Europa gar nicht mehr? Was spielt sich da wirklich ab hinter dem neuen Eisernen Vorhang, seit Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine führt? Eduard Steiner, langjähriger Russland-Korrespondent, und Vasily Astrov, Russland-Experte des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), liefern nüchterne Analysen und erklären, warum vieles nicht so ist wie oft behauptet.
Abrufbar unter DiePresse.com/podcast und auf allen gängigen Podcatchern.
Redaktion: Eduard Steiner, Julia Pollak
Produktion: Georg Gferer/audio-funnel.com
Get the Snipd podcast app
Unlock the knowledge in podcasts with the podcast player of the future.
AI-powered podcast player
Listen to all your favourite podcasts with AI-powered features
Discover highlights
Listen to the best highlights from the podcasts you love and dive into the full episode
Save any moment
Hear something you like? Tap your headphones to save it with AI-generated key takeaways
Share & Export
Send highlights to Twitter, WhatsApp or export them to Notion, Readwise & more
AI-powered podcast player
Listen to all your favourite podcasts with AI-powered features
Discover highlights
Listen to the best highlights from the podcasts you love and dive into the full episode