
#378 ErklÀr mir Wohnprojekte, Barbara Nothegger
ErklÀr mir die Welt
Was ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt?
Barbara erklĂ€rt Formen von CoâHousing, Unterschiede zwischen Eigentum und Kollektiv sowie das Leitbild ihres Wohnprojekts.
Du kommst nach Hause, triffst auf dem Gang drei Nachbarn, quatschst kurz, deine Kinder spielen schon lÀngst mit ihren Freunden im Haus, und am Abend kochst du nicht allein, sondern mit der Gemeinschaft.
Klingt utopisch? FĂŒr Barbara Nothegger war das zehn Jahre lang RealitĂ€t. Sie hat im Wohnprojekt Wien gelebt â einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt mit 39 Wohnungen und rund 100 Bewohner:innen. Wie lebtâs sich dort?
đ Barbara Nothegger ist eine österreichische Journalistin und Buchautorin. Barbara lebte in einem gemeinschaftlich geplanten Wohnprojekt in Wien und hat darĂŒber das Buch âSieben Stock Dorf. Wohnexperimente fĂŒr eine bessere Zukunftâ geschrieben. (https://amzn.to/457kwWO)
Diese BĂŒcher empfiehlt Barbara:
- Der Verlust der Verbundenheit von Johann Hari, https://amzn.to/4qyXzVe
- Praxishandbuch Leben in Gemeinschaft: partizipativ planen, bauen und wohnen von Heinz Feldmann, https://amzn.to/4sUipA7
- Der Gemeinschaftskompass: Eine Orientierungshilfe fĂŒr kollektives Leben und Arbeiten. Leitfaden fĂŒr erfolgreiche gemeinschaftliche Projekte, nachhaltiges Zusammenleben und effektive Gruppenarbeit von Eva StĂŒtzel, https://amzn.to/3LHVW8n
Barbaras Shoutout fĂŒr Medien
- Die Zeit, Barbaras bevorzugtes Nachrichtenmedium wegen der tiefgehenden Recherchen und des frechen Zugangs zu Themen, https://www.zeit.de/index
Was nehme ich mir mit?
1. GröĂere Projekte sind sinnvoller.
100 oder 200 Leute sind eine gute GröĂe fĂŒr eine Gemeinschaft, sagt Barbara. Kleine Projekte mit ein paar wenigen Leuten oder Freund:innen scheitern oft, wenn sich zwei Leute zerstreiten. Ein groĂes Projekt hĂ€lt das aus. Man kann der Person dann viel eher aus dem Weg gehen. Wichtig sind aber Strukturen statt Anarchie: Regeln, Prozesse, klare Verantwortlichkeiten.
2. Mini-Begegnungen sind das Reizvollste.
Die kleinen Begegnungen auf der Treppe, beim Briefkasten oder am Gang sind das, was Barbara am meisten fehlt in ihrer neuen, wieder normalen Wohnung. Es klang fĂŒr mich auch nach einem Paradies fĂŒr Kinder. FĂŒr die Eltern und Erwachsene ist es wichtig, dass man ausreichend groĂe RĂŒckzugsrĂ€ume hat.
3. Konstent statt Konsens.
Basisdemokratische Projekte verlaufen sich schnell, man verirrt sich in endlosen Debatten, die zu nichts fĂŒhren. In Gemeinschaftsprojekten hat sich das Modell der Soziokratie bewĂ€hrt. Es gibt viele kleine Gruppen, die autonom entscheiden. FĂŒr groĂe Entscheidungen tagt man mit allen. Es mĂŒssen aber nie alle zustimmen, sondern wenn keine Person mehr einen triftigen, gut begrĂŒndeten Einwand aufbringt, wird der Vorschlag angenommen.
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DAS TEAM
- Mitarbeit: Valentina Pfattner und Thomas Pelkmann
- Vermarktung: Therese Illiasch und Stefan Lassnig (Missing Link)
- Audio- und Video: Andreas Fischer (Sisigrant)
- Logo und CI: Florian Halbmayr
- Musik: Something Elated by Broke For Free, CC BY
- Beatbox am Ende: Azad Arslantas


