
Der große Raubzug
Schweigen ist Zustimmung!
Die kritische Auseinandersetzung mit Steuervermeidung und -behörden
In diesem Kapitel wird die Problematik des Steuerabbaus und die unzureichende Handhabung durch Steuerbehörden behandelt. Die Sprecher diskutieren die gesellschaftliche Akzeptanz von Steuervermeidung und fordern ein Umdenken in Bezug auf die moralischen Pflichten im Steuerwesen.
380 Milliarden Euro. Das ist die Summe, die Deutschland seit 1996 durch das Aussetzen der Vermögensteuer verloren hat – 80 Prozent des aktuellen Bundeshaushalts. Während Politiker über jeden Euro im Bürgergeld debattieren, verschwinden Hunderte Milliarden in den Taschen der Superreichen. Susanne Klatten, deren Großvater sein Vermögen mit 50.000 Zwangsarbeitern anhäufte, zahlt heute nur noch 21 Prozent Steuern statt 61 Prozent wie 1996.
Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort liegt in einem systematischen Umbau unserer Gesellschaft: Körperschaftssteuern von 45 auf 15 Prozent gesenkt, Spitzensteuersatz von 53 auf 42 Prozent reduziert, Vermögensteuer 1997 „ausgesetzt“ – obwohl sie verfassungskonform reaktiviert werden könnte. Parallel dazu: explodierende Unternehmensergewinne bei stagnierender Löhne, eine Million unbezahlte Überstunden, acht Millionen Menschen unter 14 Euro Stundenlohn.
Das Ergebnis: Die obersten zehn Prozent kontrollieren 74 Prozent des Gesamtvermögens, während 14 Millionen Menschen in Armut leben. Warren Buffett brachte es auf den Punkt: „Es herrscht Klassenkrieg – aber es ist meine Klasse, die Krieg führt, und wir gewinnen.“
Patrick und Jens decken den größten Raubzug der deutschen Nachkriegsgeschichte auf.
Themen
- Vermögensungleichheit in Deutschland seit 1990
- Abbau der Vermögensteuer unter Helmut Kohl
- Steuersenkungen unter Gerhard Schröder
- Pierre Bourdieus vier Kapitalsorten
- Trickle-Down-Economics und Laffer-Kurve
- Erbschaftssteuer und Verschonungsbedarfsprüfung
- Steuerhinterziehung und Geldwäsche
- Gewerkschaften als Gegengewicht
- Folgen extremer Ungleichheit für die Demokratie
Erwähnte Personen & Organisationen
- Per Molander: Schwedischer Ökonom und Autor von „The Anatomy of Inequality“
- Pierre Bourdieu: Französischer Soziologe, entwickelte die Theorie der vier Kapitalsorten
- Arthur Laffer: US-amerikanischer Ökonom, Erfinder der Laffer-Kurve
- Gerhard Schröder: Ehemaliger SPD-Bundeskanzler, initiierte Steuersenkungen und Agenda 2010
- Susanne Klatten: Reichste Frau Deutschlands, BMW-Großaktionärin
- Günther Quandt: Industrieller im Dritten Reich, Großvater von Susanne Klatten
- Warren Buffett: US-amerikanischer Investor, äußerte sich kritisch zum „Klassenkrieg“
- Theo Waigel: Ehemaliger CSU-Finanzminister, erhöhte 1995 die Vermögensteuer
- Hans-Böckler-Stiftung: Gewerkschaftsnahe Stiftung, erstellt Studien zu Ungleichheit
Begriffe
- Vermögensteuer: Steuer auf das Gesamtvermögen, in Deutschland 1997 ausgesetzt
- Vier Kapitalsorten nach Bourdieu: Ökonomisches, soziales, kulturelles und symbolisches Kapital
- Trickle-Down-Economics: Theorie, dass Steuervorteile für Reiche der gesamten Gesellschaft zugutekommen
- Laffer-Kurve: Modell, das behauptet, Steuersenkungen würden Staatseinnahmen erhöhen
- Verschonungsbedarfsprüfung: Regelung zur weitgehenden Befreiung von Erbschaftssteuer bei Unternehmensvermögen
- Legislative Capture: Einflussnahme von Interessengruppen auf die Gesetzgebung
- Körperschaftssteuer: Steuer auf Unternehmensgewinne
- Geldwäsche: Legalisierung illegal erworbener Gelder
Weiterführende Quellen
- Hans-Böckler-Stiftung – Studien zur Vermögensverteilung
- Bundesfinanzministerium – Steuerpolitik
- ZDF-Dokumentationen zu Superreichen
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