In „Balagan“ erbt eine junge jüdische Frau eine millionenschwere Kunstsammlung. Das sorgt ordentlich für Balagan - für Chaos, wie man auf Hebräisch sagt.
Jede Familie hat ihre Geheimnisse, aber was Amira Altman nach dem Tod ihres Großvaters erfährt, ist nicht ohne: In einem unscheinbaren Lagerraum hat er Kunstwerke im Wert von über 100 Millionen Euro gelagert.
Kunstwerke, von denen die jüdische Familie Altman dachte, sie seien von den deutschen Nazis im Zweiten Weltkrieg gestohlen worden. Amira ist die Alleinerbin und steht vor einem Berg an Fragen.
Großes Glück – und große Verantwortung
„In einem Moment absoluter existenzieller Not, passiert ihr dieses große Glück“, sagt Autorin Mirna Funk:
„Aber dieses große Glück ist eben nicht nur Glück, sondern es geht einher mit einem großen Vertrauensbruch, nämlich dem Menschen gegenüber, dem sie am allermeisten vertraut hat in ihrem Leben und das ist ihr Großvater.“
Die 32-jährige Amira steht vor einer großen Verantwortung: Warum hat sie diese Sammlung geerbt? Was soll sie damit machen? Die Bilder verkaufen, behalten, einem Museum zur Verfügung stellen? Und warum hat ihr Großvater diese Sammlung geheim gehalten?
All das spielt in Mirna Funks Roman im Jahr 2024, wenige Monate nach dem Anschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Mirna Funk konnte die Realität beim Schreiben nicht ausblenden:
„Und dadurch hat mein Roman natürlich eine starke politische Dimension bekommen, die aber überhaupt nicht mein Ziel war. Es war unmöglich, diese Geschichte zu erzählen, ohne sie in der Realität zu verorten“, so die Autorin.