Götz Kubitschek ist Verleger, Publizist und eine der einflussreichsten Figuren der Neuen Rechten in Deutschland. Mit seinem Antaios Verlag in Schnellroda, Sachsen-Anhalt, hat er Autoren wie Martin Sellner, Ellen Kositza und Armin Mohler verlegt und gilt als intellektueller Vordenker einer Bewegung, die weit über die AfD hinausreicht. Der ehemalige Bundeswehroffizier und Vater von sieben Kindern wird vom Verfassungsschutz beobachtet, sein Verlag ist als „gesichert rechtsextrem" eingestuft. Bernd Lucke nannte ihn einst einen der „wichtigsten Strippenzieher" der Partei, Björn Höcke zählt seit über 20 Jahren zu seinen engsten Gesprächspartnern. 2017 führte ich mein erstes Interview mit ihm – damals war der Ton in den Medien noch ein anderer.Im Gespräch sprechen wir über den Wandel im Journalismus, über Handgreiflichkeiten mit Fotografen und die Frage, ob seine Haut nach 20 Jahren im Fadenkreuz dicker geworden ist. Kubitschek erklärt, warum er keinen Döner isst, was ihn mit Höcke verbindet und wo er die Grenze zieht zwischen konservativ und radikal. Wir diskutieren Remigration, den Streit mit Maximilian Krah, die Wehrpflicht und seine Haltung zu Corona – als er sich „libertär aus Notwehr" verhielt. Und ich stelle ihm die Frage, die mir ein linksradikaler Bekannter mitgegeben hat: Was ist die große Lebenslüge der Rechten?