US-Präsident Donald Trump wird nicht müde zu wiederholen: "We need Greenland". Seine Besitzansprüche sorgen seit Wochen für Wirbel und großen Ärger bei den Europäern. Von militärischer Gewalt ist zwar nicht mehr die Rede, Strafzölle sind auch vorerst vom Tisch, denn es gibt einen Grönland-Deal. Damit alles in Butter? Die Frage geht an Ex-General Erhard Bühler. Er hält ein militärisches Eingreifen für ausgeschlossen und lobt, dass die Europäer deutlich geschlossener auftreten. Gleichzeitig beklagt er, dass viele Wortmeldungen und Handlungen der Trump-Administration dem Geist des NATO-Vertrages widersprechen.
Andererseits ärgern ihn Spekulationen und Bewertungen in der politischen Diskussion und in den Medien. Die Erkundungsmission der Bundeswehr auf Grönland sei lange geplant und natürlich beim zuständigen NATO-Kommando in Norfolk bekannt gewesen. Und dann lese er von einem "Kahlschlag mit Sprengkraft". Dabei gehe es um den Abbau von 200 Stellen der US-Armee in Europa bei 80.000 stationierten Soldaten.
Auf eine Hörerfrage hin erläutert Bühler, was bei einer Intervention der USA in einem NATO-Land passieren würde, wem die Soldaten unterstellt sind. "Soldaten bleiben Soldaten ihrer Nation." Sie seien den NATO-Befehlshabern nur für einen konkreten Einsatz unterstellt. Im Zweifel gelte der nationale Befehl.
Bühler ist überzeugt, dass die NATO nicht der Vergangenheit angehört, sondern dringender gebraucht werde denn je angesichts zunehmenden imperialistischen Machtgehabes. "Wenn Macht über das Recht gestellt wird, funktionier unsere Welt nicht mehr, wie sie heute funktioniert."
Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37. Info: Die nächste Ausgabe von "Was tun, Herr General?" ist für den 28. Januar 2026 geplant.
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