
Wahlkampfthemen, die uns fehlen - Teil 1
Schweigen ist Zustimmung!
Vermögensungleichheit und ihre sozialen Folgen
Dieses Kapitel beleuchtet die Auswirkungen der Vermögensungleichheit auf die Gesellschaft und die wirtschaftliche Situation in Deutschland. Außerdem wird das Risiko von Altersarmut und die Einsamkeit älterer Menschen im Kontext eines monetarisierten Gesundheitssystems thematisiert.
17 Prozent aller Promotionen in Deutschland gehen an Menschen aus dem Arbeitermilieu. Nur 17 Prozent. Während Kinder aus Akademikerfamilien zu über 50 Prozent einen Hochschulabschluss erreichen, schaffen es aus bildungsfernen Schichten gerade mal 17 Prozent überhaupt an die Uni. Gleichzeitig fehlen 125.000 Fachkräfte in deutschen Kitas – und 12.000 Lehrkräfte an den Schulen.
Was läuft schief in diesem Land? Während die Politik sich in Migrationsdiskussionen verliert, bröckelt die Substanz unserer Gesellschaft. Mieten in München haben sich in 20 Jahren mehr als verdoppelt. Olivenöl wurde 112 Prozent teurer. Ein afghanisches Kind entschuldigt sich auf einer Demo dafür, dass manche denken, es sei böse. Und die reichsten 10 Prozent erben die Hälfte allen Vermögens – während die Altersarmut explodiert.
Doch was interessiert die Menschen vor der Wahl wirklich? Überraschung: Nicht Migration (36%), sondern Rechtsextremismus (62%) und wirtschaftliche Entwicklung stehen ganz oben. Zeit für konstruktive Lösungen statt Problemwälzerei.
Patrick und Jens nehmen sich in dieser Doppelfolge die Wahlkampfthemen vor, die wirklich zählen: Von der Bildungsmisere über soziale Ungleichheit bis hin zur Wohnungskrise. Keine Doom-and-Gloom-Rhetorik, sondern konkrete Ansätze für eine bessere Zukunft. Schnallt euch an – das wird eine Fahrt durch Deutschlands echte Herausforderungen.
Themen
- Bildung und Chancengleichheit: Soziale Ungleichheit im deutschen Schulsystem
- Frühe Selektion und das mehrgliedrige Schulsystem
- Lehrermangel und ungleiche Ressourcenverteilung
- Sprachförderung und frühkindliche Bildung
- Wirtschaftliche Stabilität: Einkommens- und Vermögensungleichheit
- Niedriglohnsektor und prekäre Beschäftigung
- Altersarmut und fehlende soziale Mobilität
- Wohnungskrise und steigende Lebenshaltungskosten
- Mangel an sozialem Wohnungsbau
- Lösungsansätze: Infrastrukturinvestitionen bis Demokratisierung der Wirtschaft
Erwähnte Personen & Organisationen
- Friedrich Merz: CDU-Parteivorsitzender, wird als wirtschaftspolitische Alternative diskutiert
- Robert Habeck: Grünen-Politiker und Vizekanzler, wirtschaftspolitischer Vergleich mit Merz
- Gerhard Schröder: Altkanzler, Seitenhieb auf angebliches Burnout vor Untersuchungsausschuss
- Pierre Bourdieu: Soziologe, Konzept des kulturellen Kapitals in der Bildung
- Carsten Maschmeyer: Investor, Kritik an oberflächlicher Startup-Rhetorik
- Frank Thelen: Investor aus „Die Höhle der Löwen“, ähnliche Kritik wie bei Maschmeyer
- Isabella Weber: Ökonomin, Forschung zu „Gierflation“
- Forsa-Institut: Umfrageinstitut, Studie zu wichtigsten Wahlkampfthemen
- Bundeszentrale für politische Bildung: Daten zur Bildungsungleichheit
- Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Prognosen zum Lehrermangel
- Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): Zahlen zu fehlendem Lehrpersonal
Begriffe
- Kulturelles Kapital: Nach Bourdieu das Wissen und die kulturellen Fähigkeiten, die in Familien weitergegeben werden
- Gierflation: Begriff von Isabella Weber für Preiserhöhungen durch Unternehmensgewinne statt echte Kostensteigerungen
- Blended Learning: Kombination aus digitalem und physischem Unterricht
- Third Places: Gemeinschaftsorte zwischen Zuhause und Arbeitsplatz
- Caring-Gesellschaft: Gesellschaftsmodell mit Fokus auf Betreuung und Fürsorge
- Soziale Mobilität: Möglichkeit des gesellschaftlichen Auf- oder Abstiegs
- Prekäre Beschäftigung: Unsichere, schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse
- Aufstocker: Menschen, die trotz Arbeit Bürgergeld beziehen müssen
- Wohngemeinnützigkeit: Konzept für bezahlbaren, nicht-profitorientierten Wohnungsbau
Weiterführende Quellen
- Bundeszentrale für politische Bildung – Bildung
- Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung – Studien zu Ungleichheit
- Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
- Institut der deutschen Wirtschaft
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