
Ökonom Jochen Andritzky im Interview mit Carsten Korfmacher – „Wir brauchen kantige und starrköpfige Politiker“
Cicero Podcasts
Werbepause
Hinweis auf cicero.de, Einzellesezugang und Shownotes; Podcast-Promo.
Die Bundesrepublik steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Warum Visionen fehlen, in der Politik zu viele Apparatschiks unterwegs sind und sich die Gesellschaft in kleinteiligen Pseudodebatten verliert, erläutert Ökonom Jochen Andritzky im Cicero-Podcast Wirtschaft.
Möchten Sie einzelne Artikel auf cicero.de lesen, aber kein Abo abschließen? Dann probieren Sie unser neues Angebot aus, schalten einzelne Artikel frei und zahlen Sie nur, solange Sie lesen. Ganz unkompliziert mit wenigen Klicks und ohne aufwendige Registrierung.
Probieren Sie es einfach aus und lesen Sie die Titelgeschichte der Januar-Ausgabe von Ralf Hanselle über die Philosophin Hannah Arendt: "Die öffentliche Frau"
Inhalt Podcast: Jochen Andritzky: Visionen braucht das Land, Herder Verlag 2026
10:06 "Ich werbe zunächst mal dafür, dass wir unsere Debatte mehr auf die großen Linien, auf die Visionen lenken und mit einer positiven Vision den Menschen Orientierung geben, wie man sich wünscht, dass die Zukunft ausschaut. Und darauf soll dann auch politisch gar keine Blaupause oder keine Detailsteuerung entstehen, sondern dass wir auf Basis dieser Visionen dann wieder über die langfristigen Rahmenbedingungen ringen können, die uns am besten dazu befähigen, bei dieser Vision anzukommen." (Jochen Andritzky)
25:00 "Die Welt ist sehr komplex und die Politik kann nicht das Endergebnisses vollends bestimmen. Also diese Demut vor der Komplexität und auch die Demut, vor dem, was die Politik gestalten kann. Mir geht es darum, dass wir um Rahmenbedingungen ringen, die die Menschen dann selber befähigen, eine Zukunft, ihre eigene Zukunft auch., jeder stellt sich vielleicht anders vor, dass man vielleicht um möglichst viele andere Zukunft der Menschen ermöglicht. Es geht nicht darum, dass die Politik das alles vollends bestimmt." (Jochen Andritzky)
28:36 "Wenn wir uns immer nur in diesen Feldern bewegen, in denen man sich an irgendeinem Punkt, den die Leute halt zufälligerweise sehr stark entzürnt, bewegen, dann nährt das ja im Prinzip die Populisten, die genau das auch wollen, dass man sich dabei entzürnt. Der Konsens in der Gesellschaft ist meiner Ansicht nach immer noch sehr groß und den wünsche ich mir, dass wir in der Diskussion auch weiter voranstellen können." (Jochen Andritzky)
29:43 "Ich wünsche mir die kantigen, vielleicht auch etwas starrköpfigen Politiker wieder mehr, die eben mit einer Idee in den politischen Ring treten und dann sagen, ja entweder werde ich jetzt dafür gewählt und wenn ich nicht gewählt werde oder wenn ich vielleicht auch abgewählt werde, dann ist das so und dann gehe ich wieder raus aus dem Betrieb. Und mein Eindruck ist und das, wenn man sich die Biografien der Politiker, der Abgeordneten auch anschaut, dann sind das ja durchaus so, die sitzen ja sehr lange im Bundestag. Und die wollen auch wiedergewählt werden. Und es ist natürlich schon gut, wenn sie auch versuchen, den Wählerwillen zu repräsentieren. Dafür sind sie ja da. Aber wenn sie selber keine Idee haben und sich dann nur nach dem Fähnchen im Wind bewegen, dann bekommen wir halt auch keine Politik, die vor irgendwas steht." (Jochen Andritzky)


